Ein Überblick!
Wenn von Enterprise Resource Planning (ERP) die Rede ist, denken die meisten zuerst an SAP. Der DAX-Primus hat sich quasi als Synonym für Unternehmenssoftware etabliert. Doch während das Walldorfer ERP bei Grossunternehmen Marktführer ist, stellt sich für mittelständische Unternehmen zunehmend die Frage nach einer SAP-Alternative.
Die Flaggschiff-Lösung S/4HANA zielt klar auf Konzerne ab, und selbst die mittelstandsorientierten Lösungen wie SAP Business ByDesign oder SAP One sind oft zu komplex und entsprechend kostenintensiv. Schon die Implementierung sprengt meistens das Budget – Hardware, IT-Support, Sicherheit und vor allem Individualisierungen sind dabei noch nicht einmal berücksichtigt.
Aber mal ehrlich: Muss es denn unbedingt SAP sein? Die gute Nachricht: Nein! Es gibt SAP-Alternativen für den Mittelstand, die weniger kosten und Ihnen genau das bieten, was Sie wirklich benötigen.
Tatsächlich gibt es zahlreiche Gründe, die für eine SAP-Alternative sprechen:
SAP ist nicht das einzig verfügbare ERP für den Mittelstand, sondern Ihnen stehen verschiedene SAP-Alternativen zur Verfügung. Darunter Einzeltools, die spezifische Probleme adressieren, ERP-Lösungen von SAP-Konkurrenten, branchenspezifische Software bis hin zu hybriden Systemen, die Standardanwendungen mit individuellen Lösungen in einem System kombinieren.
Die Implementierung von spezialisierten Einzellösungen erscheint zunächst ein kostengünstiger und einfacher Weg zu sein. Solche Systeme konzentrieren sich auf bestimmte Geschäftsbereiche wie Finanzbuchhaltung, Warenwirtschaft oder Personalmanagement. Der grosse Vorteil: Die Implementierung erfolgt vergleichsweise schnell und kostengünstig.
Allerdings zeigen sich im täglichen Betrieb erhebliche Nachteile: Mitarbeitende müssen zwischen verschiedenen Systemen wechseln. Die fehlende Integration zwischen den Systemen führt zu Medienbrüchen, Doppelerfassungen und entsprechenden Effizienzverlusten. Da jedes System seine eigene Datenbasis pflegt, kann die Datenkonsistenz nur schwer gewährleistet werden.
Anstatt effizient Prozesse zu digitalisieren, schaffen sie also nur neue Schnittstellen und Lücken, die von Mitarbeitenden überbrückt werden müssen.
Enterprise-Lösungen wie Microsoft Dynamics 365 oder Oracle NetSuite bieten eine umfassende Integration aller Geschäftsprozesse und kommen dem Klassiker SAP damit am nächsten. Die Systeme haben eine Cloud-Architektur, bieten Features wie KI im ERP und garantieren (über Lizenzen und entsprechende Wartungsverträge) regelmässige Updates.
Wie bei SAP müssen Sie allerdings auch bei diesen Alternativen für die Implementierung tief in die Tasche greifen. Lizenzen, Schulungen, Anpassungen – im Prinzip tauschen Sie nur einen grossen Namen gegen einen anderen. Und abhängig, (Stichwort: Vendor-Lock-in) machen Sie sich so auch.
ERP-Branchenlösungen sind ein spannender Kompromiss. Eine solche SAP-Alternative ist bereits auf die Anforderungen bestimmter Branchen zugeschnitten und bringt die passenden Funktionen gleich mit. Da viele branchentypische Prozesse bereits vordefiniert sind, ermöglicht sie eine schnellere Implementierung als klassische Enterprise-Lösungen.
Ein gutes Beispiel ist die Entwicklung der Lösung XPandit für die effiziente Auftragsabwicklung in Elektrounternehmen, die wir als Entwicklungspartner der Braso AG mit einem Software-Team unterstützt haben.
Allerdings kann es vorkommen, dass Sie Abstriche beim verfügbaren Funktionsumfang und der Skalierbarkeit machen müssen. So können bei Geschäftsmodelländerungen oder Expansionen in neue Geschäftsfelder Anpassungsschwierigkeiten auftreten und auch bei ungewöhnlichen oder individuellen Anforderungen sind die Konfigurationsmöglichkeiten eingeschränkt. Umso wichtiger ist es, dass Sie die Erfordernisse vorab genau klären.
Nicht SAP zu nutzen, sondern eine individuelle ERP-Alternative zu entwickeln, ist für mittelständische Unternehmen meistens utopisch. In vielen Fällen ist ein hybrides System hingegen eine sinnvolle SAP-Alternative. Das bedeutet: Sie setzen weiterhin bewährte Standardlösungen ein und ergänzen Ihr IT-Setup durch individuell entwickelte Software, die manuelle Schnittstellen reduziert und Prozesse konsequent digitalisiert.
Auf diese Weise können Sie alle Ihre Geschäftsprozesse ohne Kompromisse bei der Funktionalität präzise abbilden – ohne für eine teure Individualisierung Ihres ERP zu zahlen oder Lizenzkosten für Anwendungen aufzuwenden, die Sie eigentlich nicht brauchen. Klar, die Entwicklung erfordert zunächst eine Investition und Zeit für die Implementierung, doch langfristig entstehen signifikante Kostenvorteile.
Verschiedene SAP-Alternativen sind gut, doch die zentrale Frage ist noch unbeantwortet: Welche Lösung passt am besten zu Ihrem Unternehmen? Wir können und wollen Ihnen hier keine allgemeingültige Empfehlung geben, weil die Antwort immer auf einer gründlichen Analyse Ihrer spezifischen Situation basieren sollte. Dabei sollten Sie nicht nur die aktuellen Anforderungen, sondern auch das Entwicklungspotenzial im Auge haben. Wichtig sind z. B. folgende Kernfragen:
Weil das Thema komplex ist, empfehlen wir Ihnen, die Bestandsaufnahme und Analyse Ihrer betrieblichen Prozesse und Ziele nicht im Alleingang durchzuführen. Ein unabhängiger Partner kann Sie dabei unterstützen, Bedarfe und Potenziale zu identifizieren und Lösungsansätze für SAP-Alternativen zu finden.
Es gibt SAP-Alternativen, die nicht den grossen Namen des Platzhirsches tragen, aber effizienter und kostengünstiger sein können. Zwischen anderen, namhaften Anbietern und speziellen Branchenlösungen können wir Ihnen nur von einer Option dringend abraten: Insellösungen, die Einzelprobleme lösen und zusätzliche manuelle Schnittstellen schaffen.
Viele Unternehmen profitieren am meisten von einer individuellen bzw. hybriden ERP-Lösung, die Off-the-Shelf-Lösungen mit individuellen Anwendungen auf einer effizienten Plattform zusammenbringt.